Innovation

Konzerne und Start-ups: So gelingt die Zusammenarbeit im offenen Ökosystem

Die Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups verlangt beiden Seiten Lernbereitschaft ab. Der Beitrag zeigt Nutzen und Risiken, woran sich ablesen lässt, ob eine Partnerschaft trägt, und drei Verfahren, die sie tragfähig halten.

Die Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups verlangt, wie jede andere Zusammenarbeit auch, dass beide Seiten voneinander lernen. In diesem Beitrag gehen wir dem Thema auf den Grund: Konzerne und Start-ups – wie die Zusammenarbeit im offenen Ökosystem gelingt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Geschäftschancen nutzen und langlebige Partnerschaften und Formen der Zusammenarbeit aufbauen. Außerdem geben wir Ihnen einen Ausblick auf die Zukunft der Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups.

Zusammenarbeit jeder Art setzt Fähigkeiten voraus. Sie brauchen Schlüsselpartner ebenso wie Schlüsselressourcen, um einen Wettbewerbsvorteil oder einen „unfairen“ Vorteil zu behaupten. Die UNITE Business Capability Map stellt die Fähigkeiten Ihres Unternehmens visuell zusammen, damit Sie Ihre Stärken und Vermögenswerte für Innovationsvorhaben ebenso wie für digitale Transformationen nutzen können. Diese Fähigkeiten versetzen Sie in die Lage, Ihre Strategie umzusetzen.

Was ist die Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups?

Open Innovation zielt darauf ab, interne wie externe Ressourcen zu nutzen, um neue Geschäftschancen und Lösungen zu finden. Anders gesagt: Diese Innovationsstrategie will über die internen Grenzen eines Unternehmens hinausgehen und neue Vorhaben erschließen, die meist aus dem Zusammenspiel interner und externer Beteiligter im Innovationsprozess entstehen.

Während es Konzernen und großen Unternehmen oft an Tempo fehlt, Geschäftschancen zu erkennen und zu ergreifen, ist es bei Start-ups genau umgekehrt. Innovation und Disruption stehen im Kern dieser Unternehmen; sie sind stark darin, Gewohntes neu zu denken und neue Technologien zu entwickeln. In dieser Lage hat sich die Zusammenarbeit für beide Seiten als der beste Weg erwiesen.

Den Rahmen der Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups im offenen Ökosystem festlegen

Wie weit die Zusammenarbeit zweier Unternehmen reicht, ist von Fall zu Fall verschieden. Unverzichtbar ist deshalb, dass der Rahmen der Partnerschaft und der Zusammenarbeit festgelegt wird. Beide Seiten sollten ihn gemeinsam bestimmen, um Erwartungen zu steuern, mit klarer Mission, klarer Vision und klaren Zielen zu arbeiten und Kennzahlen für die Messung des Erfolgs zu bestimmen.

Der Nutzen der Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups

Die Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups im offenen Ökosystem bringt allen Beteiligten viel Nutzen. Das reicht von einzelnen Geschäftsbereichen über C-Level-Führungskräfte und Investoren bis hin zum schlank aufgestellten Start-up selbst.

Sehen wir uns einige dieser Vorteile genauer an.

Zugang zu Wissen und zusätzlichen Ressourcen

Wer sich auf Zusammenarbeit einlässt, erweitert sofort den Zugang seines Unternehmens zu externem Wissen, zu Erfahrung, Technologien und Werkzeugen. Das bringt eine Organisation in neue Felder der Forschung und Entwicklung.

Talente gewinnen und halten

Ob bei Start-ups oder bei einzelnen Beratern – der Zugang zu vielfältigen und fähigen Talenten ist der Schlüssel zur digitalen Innovation. Unternehmen sollten neue Talente finden und zugleich daran arbeiten, die Mitarbeiter zu halten, die sie bereits haben.

Die Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups gibt Mitarbeitern die Gelegenheit, sich vollständig in den Innovationsprozess einzubringen. So können sie an neu entstehenden Geschäftsmodellen, Produkten und Lösungen im Unternehmen mitwirken und auf sie hinarbeiten.

Neue Produkte und Einnahmequellen schaffen

Das ist oft eines der wichtigsten Ergebnisse der Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups. Ob als Pilotprojekt oder als vollständig eingeführtes Produkt beziehungsweise eingeführte Dienstleistung – Konzerne und Start-ups teilen sich die Lasten. Beide Seiten senken damit Kosten, Risiken und Projektlaufzeiten und beschleunigen die Entwicklung disruptiver Lösungen.

Verwandter Beitrag: Einnahmequellen im Business Model Canvas

Mehr Geschäftschancen

Open Innovation trägt zu einer Fülle neuer Geschäftschancen bei – für den Konzern, für das Start-up und für alle, die am Prozess der Zusammenarbeit beteiligt sind. Die Geschäftschancen, die aus der Zusammenarbeit von Konzern und Start-up entstehen, sind zahlreich. Sie sind zudem nicht zwangsläufig an geografische Grenzen gebunden. Unternehmen sollten sie überdies nutzen, um dauerhafte Beziehungen aufzubauen und damit Innovation und Fortschritt anzustoßen. Für Start-ups ist die Zusammenarbeit besonders nützlich, weil sie der Marketingstrategie eines Start-ups einen erheblichen Schub gibt.

Die Herausforderungen der Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups

Kein Innovationsvorhaben ist frei von Risiken. Wie jede Zusammenarbeit bringen auch diese Partnerschaften Risiken mit sich, die man im Blick behalten sollte.

Wo das Gewohnte fortwährend infrage steht, besteht die Gefahr, vertrauliche Informationen oder geistiges Eigentum preiszugeben; hinzu kommen finanzielle Risiken, Risiken der Zusammenarbeit und Marktrisiken.

Darüber hinaus steht die Herausforderung, externe Innovation in die interne Entwicklung zu integrieren – mit eigenen Projekt- und Einführungskosten.

In der Zusammenarbeit mit externen Partnern laufen Konzerne außerdem Gefahr, von externem Wissen abhängig zu werden. Das kann Flexibilität, Kreativität und strategische Kraft kosten.

Den Herausforderungen von beiden Seiten begegnen

Wichtig ist dabei: Jeder Stakeholder versteht unter Risiko etwas anderes. Große Konzerne sprechen nun einmal nicht dieselbe Sprache wie aufstrebende Start-ups.

Um solche Hürden zu überwinden, brauchen Unternehmen von Anfang bis Ende einen belastbaren gemeinsamen Prozess.

Konzernen fällt es häufig schwer zu entscheiden, welche Veränderungen nötig sind, um innovative Lösungen einzuführen. Deshalb gibt es viele Modelle der Open Innovation, die sich auf die jeweilige Lage einstellen lassen. Eine Zusammenarbeit von Konzern und Start-up ist immer ein Einzelfall. Je nachdem, wer am Tisch sitzt und mit wem er sich zusammentut, fällt jede Partnerschaft anders aus.

Nachdem nun Herausforderungen und Nutzen der Zusammenarbeit von Konzern und Start-up umrissen sind, bleibt die Frage, woran sich ablesen lässt, ob die Zusammenarbeit trägt und auf lange Sicht erfolgreich sein kann.

So messen Sie, ob eine Zusammenarbeit trägt

Erfolgreich ist eine Zusammenarbeit von Konzern und Start-up dann, wenn sie allen Beteiligten eine positive Wirkung oder wechselseitigen Nutzen bringt. Eine einzelne Kennzahl für den Erfolg zu nennen, ist schwierig – dafür ist jede Lage zu verschieden.

Es gibt natürlich finanzielle Kennzahlen, die über den Erfolg eines innovativen Produkts und der Marketingstrategie eines Start-ups entscheiden. Ebenso wichtig ist es aber zu messen, wie erfolgreich die Zusammenarbeit selbst war – unabhängig vom finanziellen Ergebnis.

Je nach Umfang der Partnerschaft oder der Zusammenarbeit fallen die Bewertungskriterien anders aus. Sie sollten früh festgelegt werden, damit alle Stakeholder dasselbe darunter verstehen und die Erwartungen steuerbar bleiben.

Diese Meilensteine und Erwartungen gehören von Anfang an festgelegt, damit die regelmäßige Bewertung auf beiden Seiten – beim Start-up wie beim Konzern – reibungslos abläuft.

Die Bewertung der Zusammenarbeit

Die Bewertung der Zusammenarbeit kann sich auf eine Vielzahl von Faktoren stützen, zum Beispiel:

  • wie technisch machbar die Technologie oder das Projekt ist,
  • ob daraus ein profitables Geschäftsmodell entsteht,
  • und ob daraus ein Wettbewerbsvorteil entsteht.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der sich schwerer quantitativ messen lässt, ist das Potenzial der Partnerschaft. Ist es eine Zusammenarbeit, die auf lange Sicht Gewinn bringt? Dabei spielen viele Elemente eine Rolle: Vertrauen und Offenheit ebenso wie gegenseitige Unterstützung und eine reibungslose Verständigung.

Neben den persönlichen und zwischenmenschlichen Eigenschaften, die zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit beitragen, steht der Gedanke des gemeinsamen Verständnisses und der Akzeptanz. In diesem Fall aufseiten der großen Unternehmen und ihrer Belegschaften gegenüber den Konzepten der Open Innovation.

Um die vorhandenen Chancen dauerhaft zu nutzen, sollten Unternehmen eine starke Unternehmenskultur entwickeln, die Innovation und die Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups fördert und auf Netzwerkbildung, Wissensaustausch und persönliche Entwicklung ausgerichtet ist.

Die Zukunft der Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups

Wir können die Zukunft nicht vorhersagen und künftige Innovationen ebenso wenig. Eines ist jedoch sicher: Ohne Zusammenarbeit werden wir die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft nicht lösen.

Wir haben in diesem Beitrag erwähnt, dass Innovation für jedes Unternehmen und jeden Innovator anders aussieht. Entsprechend wird auch die Zukunft für jeden anders aussehen. Während manche Unternehmen vollständig digitalisieren und zu neuen, modernen Formen des Geschäfts übergehen, müssen andere ihre heutigen Verfahren modernisieren und das Bestehende an effizientere, wirksamere und nachhaltigere Prozesse anpassen.

Durch äußeren Druck wie die COVID-19-Pandemie und den Klimawandel haben Unternehmen ihre lang- und kurzfristigen Ziele neu bewertet, um wettbewerbsfähig und einen Schritt voraus zu bleiben. Schon das zeigt, dass Unternehmen die Kraft und die Mittel haben, sich zu verändern – gerade dann, wenn unerwartete Risiken auftreten. Die eigentliche Frage ist allerdings, wie sie sich verändern, weiterentwickeln und im Markt relevant bleiben.

3 bewährte Verfahren für die Zusammenarbeit von Start-ups und Konzernen

Wie können Start-ups und große Unternehmen produktiver zusammenarbeiten? Die folgenden Hinweise zeigen Ihnen, wie die Zusammenarbeit mit Start-ups besser gelingt:

Haben Sie eine klare Vision für die Zusammenarbeit

Große Unternehmen brauchen eine klare Innovationsstrategie, die ihnen hilft, ihren Venturing-Ansatz, die Art des Mechanismus und den Startzeitpunkt festzulegen. Erfolgreiche Venturing-Aktivitäten benennen klar, warum sie externe Zusammenarbeit suchen, welche Suchfelder sie betrachten und wie sie Wert schaffen wollen.

Start-ups wiederum müssen Strategien entwickeln, die die Ziele des Konzerns über das unmittelbar gelieferte Produkt und die unmittelbar gelieferte Dienstleistung hinaus voranbringen. Ein guter Anfang ist es, das eigene Know-how in den Vordergrund zu stellen (ob durch Branchenwissen, schnelle Produktentwicklung oder die Nutzung von Erkenntnissen).

Lernen Sie Ihren Partner gründlich kennen

Neuere Studien zeigen, dass sich die Venturing-Bemühungen großer Unternehmen nach ihrem Reifegrad unterscheiden. In den ersten Jahren ringen die meisten Venturing-Einheiten um Rückhalt in der Organisation, und es fehlt ihnen eine greifbare Value Proposition für ihre Partner. In den mittleren Jahren erfüllen diese Einheiten oft weder die Erwartungen des eigenen Unternehmens (den erwarteten ROI) noch die der Partner (den Nutzen). Erfahrene Teams schließlich tun sich schwer damit, externe Innovationen zu bündeln und in ihre Geschäftsbereiche zu integrieren. Beide Seiten sollten den Reifegrad ihres Gegenübers verstehen und ihm helfen, seine besonderen Herausforderungen zu bewältigen.

Konzentrieren Sie sich auf die Lernfähigkeit

Untersuchungen zeigen, dass die meisten Unternehmen Jahre des Lernens brauchen, bevor sie neue Ideen externer Partner wirksam aufnehmen können. Die ersten Formen der Zusammenarbeit zwischen Start-ups und großen Unternehmen entstehen jedoch meist in Hackathons, Acceleratoren, Innovationswettbewerben und Inkubatoren, die in der Regel nur drei bis zwölf Monate dauern. Lernfähigkeit zwischen Start-ups und Konzernen aufzubauen ist ein erreichbares Ergebnis, das aus solchen Formen der Zusammenarbeit hervorgehen kann.

Start-ups richten sich oft darauf aus, einen Abschluss zu erzielen und damit kurzfristig zu überleben, während große Unternehmen an ihrer künftigen Roadmap bauen. Diese Unterschiede lassen sich nicht sofort auflösen; wer aber gemeinsames Lernen und Know-how in den Mittelpunkt stellt, um neue Fähigkeiten aufzubauen, neue Trends zu erkennen und brauchbare Ideen herauszufiltern, erhöht die Chancen auf eine dauerhafte Zusammenarbeit. Denken Sie über den unmittelbaren Abschluss hinaus.

Fazit

Darüber, was Konzerne und Start-ups von ihrer Zusammenarbeit an Innovationsprojekten erwarten sollten, kursieren viele Fehlannahmen. Dennoch gewinnt diese Zusammenarbeit an Bedeutung, weil Unternehmen jeder Größe rasch auf Verschiebungen im Markt reagieren wollen.

Wir haben erhebliche Vorteile aus der Zusammenarbeit von Konzernen und Start-ups gesehen, und die Ergebnisse können auf kurze wie auf lange Sicht sehr zufriedenstellend und erfolgreich sein.

Die Strategy-to-Outcome-Plattform

Sprechen Sie mit uns.

Das erste Treffen ist eine Arbeitssitzung, kein Pitch.