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Innovationsfachleute sind sich einig: Der Business Model Canvas ist das beste Werkzeug, um zu verstehen, wie ein Unternehmen im Einzelnen funktioniert. Damit wird der sichere Umgang mit dem Business Model Canvas zur ersten Aufgabe für alle, die ihr bestehendes Geschäft wachsen lassen oder ein neues aufbauen wollen.
Der Business Model Canvas (BMC) ist eine visuelle Gesamtaufnahme des kompletten Geschäftsmodells einer Organisation und macht sichtbar, wie die einzelnen Bestandteile ineinandergreifen. Bei Digital Leadership kennen wir die zentrale Rolle des BMC und belassen es nicht bei der Darstellung: Wir bieten dazu eigene Strategieleistungen rund um das Geschäftsmodell an.
In diesem Artikel besprechen wir die einzelnen Bestandteile der Business-Model-Vorlage und zeigen, wie sich damit die Stärken und die möglichen Schwierigkeiten eines Unternehmens durchdenken lassen. Dazu haben wir einige ausgefüllte Vorlagen aufgenommen, die den Geschäftsmodellen bekannter, erfolgreicher Unternehmen nachempfunden sind.
Business Model Canvas
Der Business Model Canvas ist ein Werkzeug für strategische Führung und Unternehmertum: Mit ihm lässt sich Ihr Geschäftsmodell beschreiben, entwerfen, hinterfragen und neu erfinden – und im Zweifel der Kurs wechseln. Die Methode stammt aus dem Management-Bestseller Business Model Generation und wird weltweit in führenden Organisationen und Start-ups eingesetzt.
Der Business Model Canvas besteht aus neun wesentlichen Bausteinen, die zusammen ein vollständiges Bild eines Geschäftsmodells ergeben. Am Anfang steht die Bestimmung der angestrebten „Kundensegmente“ und die Beschreibung der eigenen „Value Propositions“, die auf deren Bedarf zugeschnitten sind. Beschrieben werden weiter die „Vertriebskanäle“, über die diese Leistungen zum Kunden gelangen, und die Art der „Kundenbeziehungen“, die dabei entsteht. „Einnahmequellen“ zeigen, womit das Unternehmen Geld verdient, während „Schlüsselressourcen“ und „Schlüsselaktivitäten“ die entscheidenden Mittel und Tätigkeiten benennen. „Schlüsselpartner“ halten fest, welche Zusammenarbeit von außen zum Geschäft beiträgt, und die „Kostenstruktur“ benennt die damit verbundenen Ausgaben. Dieses visuelle Framework gibt Unternehmern und Führungskräften einen vollständigen und geordneten Weg, ihre Geschäftsmodelle zu planen, zu erklären und zu schärfen.
Business Model Canvas: Beispiele aus der Praxis
Die offiziellen Business Model Canvases großer Unternehmen sind naturgemäß nicht öffentlich zugänglich. Es lohnt sich aber, durchzuspielen, wie Vertreter dieser Unternehmen einen solchen ausfüllen würden.
Als Übung für den eigenen Entwurf können Sie einen vollständigen Business Model Canvas für ein Unternehmen Ihrer Wahl ausfüllen. Eine zweite Übung: Füllen Sie zwei Canvases für zwei verschiedene Unternehmen aus, eines davon erfolgreich, eines gescheitert. Im Folgenden finden Sie acht bekannte Unternehmen und dazu die Überlegung, wie einzelne Felder eines Business Model Canvas für sie aussehen könnten.
Beispiel (1): Apple
Im Kern verkauft Apple seine Produkte – Computer, iPhones und so weiter – und seine Dienste. Der größte Teil der Einnahmen stammt aus dem Verkauf von Telefonen.
Wer sich mit Technik auskennt, weiß allerdings: Entscheidend für den Erfolg ist, wie Apple seine Marke setzt. Das Unternehmen hat seine Produkte als begehrenswert, modisch und technisch führend positioniert. Dass die Produkte mit „cool“ verbunden bleiben, ist für das gesamte Geschäftsmodell wichtig.

Beispiel (2): Airbnb
Airbnb verdient daran, einen Dienst zu vermitteln, über den Menschen einen anderen Dienst nutzen. Ein kleiner Teil des Geldes kommt vom Gastgeber, ein etwas größerer vom Gast. Die Plattform, die beide Gruppen verbindet, ist das gesamte Geschäft – die technische Infrastruktur ist deshalb für den Betrieb unverzichtbar.

Beispiel (3): Business Model Canvas von Uber
Wie Airbnb nutzt Uber das Plattformmodell, um Kunden mit Anbietern zusammenzubringen – in diesem Fall mit Fahrern. Erst die technische Infrastruktur macht den Betrieb möglich.
In beiden Plattformbeispielen können die Unternehmen ihre Technik nutzen, um Produkte und Dienste auszuweiten. Beide würden davon profitieren, ihre große Zahl an Anbietern und Kunden für neue Wege zu Einnahmen zu nutzen.

Beispiel (4): Business Model Canvas von Netflix
Netflix arbeitet seit jeher mit einem Abonnementmodell – zunächst mit DVDs, später mit der Streaming-Plattform, die die meisten von uns kennen. Seit einiger Zeit nutzt Netflix seinen Erfolg als Verleiher von Unterhaltung, um sich auch als deren Produzent zu versuchen.
Ein wichtiges Element des Geschäftsmodells ist die Kundenerfahrung. Entsprechend viel Aufmerksamkeit und Mittel wendet das Unternehmen dafür auf, sie zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Beispiel (5): Business Model Canvas von Amazon
Mit dem Business Model Canvas hat Amazon ein bewegliches und skalierbares Geschäftsmodell aufgebaut, das sich fortlaufend an veränderte Marktanforderungen und technische Entwicklungen anpasst. Diese Anpassungsfähigkeit hat dazu beigetragen, dass Amazon heute zu den führenden E-Commerce- und Technologieunternehmen der Welt zählt.
- Kundensegmente:
- Amazon spricht sehr unterschiedliche Kundensegmente an: Onlinekäufer, Buchliebhaber, Technikbegeisterte und – über die Plattform Amazon Business – auch Unternehmen.
- Value Propositions:
- Amazon bietet eine sehr große Auswahl an Produkten, wettbewerbsfähige Preise, schnelle und verlässliche Zustellung über Amazon Prime und einen reibungslosen Einkauf im Netz. Hinzu kommen Dienste wie Amazon Web Services (AWS) mit Lösungen für das Rechnen in der Cloud.
- Vertriebskanäle:
- Der wichtigste Vertriebskanal ist die Onlineplattform, also Website und App. Daneben nutzt Amazon eigene Ladengeschäfte, Whole Foods Market und Händler von Drittanbietern, um mehr Menschen zu erreichen.
- Kundenbeziehungen:
- Amazon setzt auf Kundenorientierung: persönliche Empfehlungen, schneller Kundendienst und unkomplizierte Rücksendungen. Die Prime-Mitgliedschaft bindet Kunden über exklusive Vorteile.
- Einnahmequellen:
- Amazon erzielt Einnahmen aus mehreren Quellen: Verkäufe im E-Commerce, Beiträge der Prime-Mitglieder, Gebühren von Drittanbietern und die Cloud-Dienste von AWS.
- Schlüsselressourcen:
- Zu den Schlüsselressourcen zählen der sehr große Produktkatalog, die Verteilzentren, die technische Infrastruktur, die Fähigkeit zur Datenauswertung und ein weltweites Netz aus Lieferanten und Händlern.
- Schlüsselaktivitäten:
- Amazon deckt ein breites Feld an Tätigkeiten ab, vom Handel im Netz über die Steuerung der Logistik bis zu Cloud-Diensten. Fortlaufende Innovation und technische Entwicklung gehören fest zum Betrieb.
- Schlüsselpartner:
- Amazon arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen: Lieferanten, Drittanbietern, Zustelldiensten und Anbietern von Inhalten. Diese Partnerschaften erweitern das Angebot und die Fähigkeit zu liefern.
- Kostenstruktur:
- Die größten Kostenblöcke von Amazon sind Lagerabwicklung und Versand, Technik und Inhalte, Marketing sowie Verwaltung. Auch die Investitionen in technische Infrastruktur und Innovation prägen die Kostenstruktur.
- Vertriebskanäle:
- Der wichtigste Vertriebskanal ist die Onlineplattform, also Website und App. Daneben nutzt Amazon eigene Ladengeschäfte, Whole Foods Market und Händler von Drittanbietern, um mehr Menschen zu erreichen.
Beispiel (6): Business Model Canvas von Tesla
Das Geschäftsmodell von Tesla ist von Innovation, Nachhaltigkeit und dem direkten Weg zum Endkunden geprägt. Das Unternehmen hat die Automobilbranche aufgebrochen, indem es Elektrofahrzeuge mit modernster Technik und autonomem Fahren verbunden hat. Der Erfolg zeigt sich nicht nur in den Verkaufszahlen, sondern auch darin, wie Tesla die Zukunft von nachhaltigem Verkehr und nachhaltiger Energie prägt.
- Kundensegmente:
- Tesla spricht umweltbewusste Verbraucher, Technikbegeisterte und Käufer von Oberklassewagen an, die ein leistungsstarkes Elektrofahrzeug suchen.
- Value Propositions:
- Die Value Proposition von Tesla umfasst Elektrofahrzeuge mit modernster Technik, große Reichweite, Nachhaltigkeit und Fahrleistung. Die Funktion Autopilot kommt als Neuerung hinzu.
- Vertriebskanäle:
- Tesla verkauft vor allem über die eigene Onlineplattform sowie über Tesla-Läden und Galerien. Hinzu kommen Ausstellungsräume und Servicezentren für den Kontakt mit den Kunden.
- Kundenbeziehungen:
- Tesla pflegt den direkten Draht zu den Kunden: Verkauf über das Netz, persönliche Betreuung und eine aktive Gemeinschaft. Fortlaufende Aktualisierungen und Verbesserungen binden die Kunden an die Marke.
- Einnahmequellen:
- Die wichtigsten Einnahmequellen sind der Verkauf von Elektrofahrzeugen, Energieprodukte wie Solarmodule und Powerwall sowie Abonnements der Software Full Self-Driving (FSD).
- Schlüsselressourcen:
- Zu den Schlüsselressourcen von Tesla gehören die Produktionsstätten, die Gigafactories, das Netz der Supercharger-Stationen, technisches Können und ein starkes Markenbild.
- Schlüsselaktivitäten:
- Die Schlüsselaktivitäten von Tesla sind der Bau von Elektrofahrzeugen, die Entwicklung von Software und Hardware für das autonome Fahren und die fortlaufende Innovation in der Batterietechnik.
- Schlüsselpartner:
- Tesla arbeitet mit Lieferanten für Bauteile und mit Partnern für das Ladenetz der Supercharger zusammen und unterhält Partnerschaften mit anderen Automobilherstellern für den Handel mit Emissionszertifikaten.
- Kostenstruktur:
- Die größten Kostenblöcke sind Forschung und Entwicklung neuer Technik, die Fertigung, Vertrieb und Marketing sowie der Unterhalt des Supercharger-Netzes.
Beispiel (7): Business Model Canvas von Google
Googles Geschäftsmodell fällt dadurch auf, dass es kostenlose, auf den Nutzer ausgerichtete Dienste anbietet und das Geld über zielgenaue Werbung verdient. Mit seiner beherrschenden Stellung in der Onlinesuche, einem breiten Portfolio und gut geplanten Zukäufen festigt Google seinen Platz als weltweit wirkender Technologiekonzern.
- Kundensegmente:
- Google bedient sehr unterschiedliche Kundensegmente: Menschen, die im Netz nach Informationen suchen, Unternehmen, die Werbelösungen brauchen, und Entwickler, die die Schnittstellen und Plattformen von Google nutzen.
- Value Propositions:
- Die Value Propositions von Google liegen in einer eingängigen Suchmaschine, einer Sammlung von Werkzeugen für die tägliche Arbeit (G Suite), Werbeplattformen wie Google Ads und einer breiten Palette weiterer Dienste rund um das Netz.
- Vertriebskanäle:
- Der wichtigste Kanal ist die Suchmaschine von Google, ergänzt um Plattformen wie YouTube und Android sowie das weit gespannte Werbenetz. Zusammen erreichen sie ein sehr breites Publikum.
- Kundenbeziehungen:
- Google pflegt die Kundenbeziehungen über weit verbreitete und kostenlose Produkte wie Suche, Gmail und Maps. Unternehmen erhalten darüber hinaus Betreuung für Werbelösungen und Cloud-Dienste.
- Einnahmequellen:
- Die wichtigste Einnahmequelle von Google ist Werbung: Anzeigen mit Abrechnung pro Klick in der Suche, Displaywerbung über die Plattformen hinweg und Dienste im Abonnement wie G Suite und YouTube Premium.
- Schlüsselressourcen:
- Zu den wesentlichen Ressourcen zählen die ausgefeilten Suchalgorithmen, große Rechenzentren, eine belastbare technische Infrastruktur, Können in der Softwareentwicklung und eine große Zahl gut ausgebildeter Fachleute.
- Schlüsselaktivitäten:
- Zu den Schlüsselaktivitäten von Google gehören die fortlaufende Verfeinerung der Suchalgorithmen, technische Innovation – etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz –, das Angebot von Cloud-Diensten und der Ausbau des eigenen Werbeökosystems.
- Schlüsselpartner:
- Google arbeitet über sein Werbenetz mit Unternehmen und Websites zusammen, geht Partnerschaften mit Geräteherstellern für Android ein und schließt strategische Bündnisse, insbesondere im Bereich Cloud.
- Kostenstruktur:
- Zu den größten Kostenblöcken von Google zählen Forschung und Entwicklung, der Unterhalt der Rechenzentren, das Marketing und die Investitionen, mit denen über Partnerschaften Zugriffe eingekauft werden. Das Unternehmen wendet durchgehend erhebliche Mittel für Innovation und technischen Fortschritt auf.
Beispiel (8): Business Model Canvas von Zara
Das Geschäftsmodell von Zara ist dadurch bestimmt, dass das Unternehmen Trends von den Laufstegen sehr schnell in bezahlbare Konfektionsmode übersetzt. Die vertikal integrierte Lieferkette, eine wirtschaftliche Fertigung und die Sorgfalt für das Erlebnis im Laden tragen wesentlich zum Erfolg in einem hart umkämpften Modemarkt bei.
- Kundensegmente:
- Zara wendet sich vor allem an modebewusste Käufer, die stilvolle und preiswerte Kleidung suchen – Männer, Frauen und Kinder gleichermaßen.
- Value Propositions:
- Die Value Proposition von Zara liegt in schneller Mode: die neuesten Trends zu bezahlbaren Preisen. Die Marke hebt sich dadurch ab, dass sie neue Entwürfe in kurzer Zeit vom Entwurf in die Regale bringt.
- Vertriebskanäle:
- Die Vertriebskanäle von Zara umfassen ein dichtes Netz eigener Läden weltweit, ergänzt um eine Onlineplattform für den Handel im Netz. Kunden können damit sowohl im Laden als auch online einkaufen.
- Kundenbeziehungen:
- Zara pflegt die Kundenbeziehungen über ein intensives Einkaufserlebnis im Laden, persönliche Beratung und einen aufmerksamen Kundendienst. Weil das Sortiment häufig wechselt, kommen die Kunden regelmäßig wieder.
- Einnahmequellen:
- Zara erzielt seine Einnahmen im Wesentlichen aus dem Verkauf modischer Produkte. Das Modell der schnellen Mode führt dazu, dass Kunden regelmäßig kaufen, weil laufend neue Stile eingeführt und wieder abgelöst werden.
- Schlüsselressourcen:
- Zu den Schlüsselressourcen von Zara zählen das eigene Entwurfsteam, wirtschaftlich arbeitende Produktionsstätten, eine gut aufgebaute Lieferkette und ein weit gespanntes Netz eigener Läden.
- Schlüsselaktivitäten:
- Die wichtigsten Tätigkeiten von Zara sind Entwurf, Fertigung und Verteilung von Mode. Weil das Unternehmen auf einen wendigen und reaktionsschnellen Produktionszyklus setzt, bleibt es in einem sich ständig ändernden Modemarkt beweglich.
- Schlüsselpartner:
- Zara arbeitet eng mit Lieferanten, Herstellern und Logistikpartnern zusammen, um die Lieferkette zu verbessern. Daneben geht die Marke strategische Partnerschaften für besondere Kollektionen oder Gemeinschaftsunternehmen ein.
- Kostenstruktur:
- Zu den größten Kostenblöcken von Zara gehören Rohstoffe, die Fertigung, die Logistik der Verteilung und das Marketing. Die Marke investiert gezielt darin, die Lieferkette wendig und reaktionsschnell zu halten.
So entwerfen Sie Ihren eigenen Business Model Canvas
„Eine Liebe zu schlechten Entwürfen“ ist einer der wichtigsten Grundsätze von Digital Leadership. Den meisten Menschen fällt es leicht, einen Entwurf zu kritisieren; einen ersten Entwurf überhaupt zustande zu bringen, fällt ihnen dagegen schwer, und sie scheuen sich, ihn zu zeigen, solange er nicht wirklich „fertig“ ist. Unsere „Liebe zu schlechten Entwürfen“ zielt deshalb darauf, sehr schnell zu einer ersten Fassung zu kommen, an der sich dann weiterarbeiten lässt. Je nach Schwierigkeit der Aufgabe geben wir uns dafür üblicherweise zwischen 20 Minuten und 2 Stunden. Den „schlechten Entwurf“ zu verbessern, ist danach einfach – und ein Zyklus der Iteration beginnt.
Schritt eins: den Zweck des Unternehmens bestimmen
Beginnen Sie mit dem übergreifenden Unternehmenszweck (Reason), aus dem heraus es Ihr Unternehmen gibt. Denken Sie noch nicht daran, Menschen zu erreichen, und noch nicht ans Geldverdienen. Denken Sie groß und weit. Wofür treten Sie ein?
Verwandt: Den Unternehmenszweck bestimmen | Warum gibt es Sie überhaupt?
Schritt zwei: Kunden und Value Proposition bestimmen
Führen Sie Ihre idealen Kunden auf: Wer sind sie, und was brauchen sie? Skizzieren Sie in Ihrem Value Proposition Canvas, wie sich Ihre Dienste und Produkte auf das Leben Ihrer Kunden auswirken. Was machen Sie einfacher, oder welchen Bedarf decken Sie auf neue Weise?
Schritt drei: die Erfahrung bestimmen, die Sie bieten
Überlegen Sie, wie Ihre Kunden den Umgang mit Ihrem Unternehmen wahrnehmen. Halten Sie fest, wo und wie Kunden Sie finden und Ihr Angebot nutzen. Welches Gefühl sollen Ihre Kunden aus der Begegnung mit Ihren Produkten und Diensten mitnehmen?
Schritt vier: Schlüsselressourcen und Schlüsselpartner bestimmen
Stellen Sie nun eine Liste der Materialien und Lieferanten auf, auf die Sie im Betrieb angewiesen sind. Vermutlich erkennen Sie dabei bereits, welche Ressourcen Sie für Ihr Kerngeschäft brauchen. Was lässt sich streichen? Was ist zu wichtig, um es aus der Hand zu geben?
Verwandte Artikel:
- Der Baustein Schlüsselressourcen im Business Model Canvas
- Der Baustein Schlüsselpartner im Business Model Canvas
Schritt fünf: das Geld verfolgen, das hereinkommt und hinausgeht
Bevor Sie die übrigen Felder Ihres Canvas ausfüllen, überlegen Sie, wo Sie Einnahmen erzielen und wo Kosten anfallen. Denken Sie daran: Nicht alle Einnahmequellen bestehen aus Geld – und ebenso wenig alle Kosten. Wie werden Ihre Einnahmen eingezogen? Wie wollen Sie wiederkehrende Erträge aufbauen?
Die Bausteine des Business Model Canvas im Überblick

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Der Business Model Canvas ist ein komplexes Schaubild sämtlicher Bestandteile Ihres Unternehmens, und diese Komplexität ist gewollt. Sie zwingt Sie dazu, Elemente und Bereiche Ihres Geschäfts zu betrachten, die sonst oft unbemerkt bleiben, bis es zu spät ist.
Nachstehend finden Sie die Bausteine des Business Model Canvas und die Unterbereiche, aus denen jeder von ihnen besteht.
(1) Betriebsmodell
Das Konzept eines Operating Model Canvas geht ursprünglich auf Andrew Campbell und seine Kollegen zurück. Wir haben es weiterentwickelt, sodass es zusätzliche Gesichtspunkte berücksichtigt und stärker auf Innovation ausgerichtet ist. Wenn Sie sich näher damit befassen möchten, sei Ihnen das Buch der Autoren empfohlen: Operating Model Canvas.

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Ihr Betriebsmodell ist die Art, wie Sie Ihr Geschäftsmodell in die Tat umsetzen.
- Wertschöpfungskette (Value Chain): Dieser Abschnitt beschreibt Ihre wertschöpfenden Schlüsselaktivitäten. Tatsächlich können mehrere wesentliche Wertschöpfungsketten Ihr Geschäft in Bewegung halten. Hier überlegen Sie, was getan werden muss, damit der Betrieb läuft, wer für diese Tätigkeiten verantwortlich ist und welche Rolle Kunden dabei spielen oder spielen könnten.
- Schlüsselressourcen (Key Resources): Hier führen Sie die Vermögenswerte und Business Capabilities auf, die Sie brauchen, um Ihre Value Proposition zu erzeugen. Sie sollten wissen, welche dieser Ressourcen zu Ihrem Kerngeschäft gehören, welche wirklich zur Unterscheidung vom Wettbewerb beitragen und welche Sie ins eigene Haus holen sollten. Andere Ressourcen, die weniger zentral oder weniger notwendig sind, gibt es anderswo womöglich günstiger.
- Schlüsselpartner (Key Partners): Dieser Abschnitt Ihres Operating Model Canvas betrachtet die anderen Menschen und Unternehmen, die Ihren Betrieb am Laufen halten. Sie halten fest, was Sie von diesen Schlüsselpartnern erhalten, wie unverzichtbar ihre Rolle ist und an welcher Stelle Ihre Lieferkette breiter aufgestellt werden müsste.
(2) Wertmodell
Im Zentrum der Business-Model-Vorlage steht das Wertmodell. Bestimmt wird es zuerst durch die Value Proposition oder die Value Propositions, die Sie anbieten. Zum Wertmodell gehört außerdem das unterstützende Produktsystem, also die ergänzenden Produkte und Dienste, die Sie rund um Ihr Kernprodukt anbieten. Denken Sie an Zubehör, an begleitende Leistungen und Garantien und an alles, womit sich höherwertig oder ergänzend verkaufen lässt.

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- Value Proposition: Hier führen Sie den Nutzen auf, den Sie Ihren Kunden, Partnern und Stakeholdern bringen. Betrachten Sie einzelne Kundensegmente und die Produkte oder Dienste, die Sie jedem von ihnen anbieten.
- Produktsystem: Dieser Abschnitt fordert Sie auf, über mögliche ergänzende Produkte und Dienste nachzudenken, die den Nutzen Ihres Angebots erhöhen. Denken Sie an die Möglichkeit, ein ganzes Ökosystem aufzubauen, das Ihr Unternehmen enger mit den Kunden verbindet und zugleich Wettbewerber auf Abstand hält.
(3) Erfahrungsmodell
Das Erfahrungsmodell legt fest, auf welche Weise Ihre Kunden Ihr Wert- und Ihr Servicemodell erleben. Es ist klug, das nicht dem Zufall zu überlassen: Häufig entsteht der größte Teil des Nutzens gerade in der Erfahrung, sei es durch Bequemlichkeit wie bei Netflix oder durch Luxus wie bei Rolex. Das Erfahrungsmodell umfasst Ihre Marke, die Kundenbeziehungen, die Einbindung der Kunden und das Marketing.
- Marke: In diesem Abschnitt beschreiben Sie Ihre Markenarchitektur und wie ein Kunde Ihre Marke über Ihr gesamtes Angebot hinweg erlebt. Denken Sie daran, wie Sie sich selbst sehen – und wie andere Sie sehen.
- Kundenbeziehungen (Customer Relationships) und Einbindung: Beschreiben Sie die Beziehung, die Sie zu Ihren Kunden unterhalten, und wie diese mit Ihrem Unternehmen umgehen. Denken Sie an Möglichkeiten wie Selbstbedienung, persönliche Betreuung, Gemeinschaften oder zentrale Ansprechpartner.
- Vertriebskanäle (Channels): Halten Sie fest, auf welchen Wegen Sie Kunden heute erreichen – und auf welchen Sie sie erreichen möchten. Überlegen Sie, was jeder Kanal kostet und wo Ihre Investitionen den größten Ertrag bringen.
(4) Servicemodell
Ein Servicemodell legt fest, welche unterscheidenden, welche zentralen und welche unterstützenden Leistungen eine Organisation erbringt. Denken Sie bei der Arbeit an Ihrem Servicemodell an Ihre Servicestrategie und an die Leistungen, mit denen Sie im Wettbewerb bestehen und sich von anderen abheben. Betrachten Sie außerdem Service-Level-Agreements, Servicekanäle und mögliche Selbstbedienung.
(5) Kostenmodell
Ihr Betrieb bestimmt Ihren Aufwand und damit Ihre Kosten. Sobald Sie Klarheit haben über Ihre Wertschöpfungsketten, Schlüsselressourcen und Schlüsselpartner, lassen sich die wesentlichen Kostentreiber und mögliche Opportunity Spaces für Innovation vergleichsweise leicht bestimmen. Für jedes Geschäftsmodell ist es entscheidend, die Kosten zu steuern; manche Geschäftsmodelle sind jedoch von Grund auf um niedrige Kostenstrukturen herum gebaut.

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(6) Umsatzmodell
Einnahmequellen (Revenue Streams) beschreiben, womit Sie Geld verdienen. Überlegen Sie in diesem Abschnitt, welchen Preis Ihre Kunden Ihrer Einschätzung nach für Ihre Produkte oder Dienste zu zahlen bereit sind. Die Preisgestaltung ist oft selbst ein Mittel, sich vom Wettbewerb abzuheben. Als Mechanismen kommen unter anderem Versteigerung, Verhandlung, feste Listenpreise, markt- oder mengenabhängige Preise oder eine ertragsorientierte Steuerung infrage.
Ein Geschäftsmodell kann außerdem transaktionsbasierte Erlöse umfassen, die aus einmaligen Zahlungen der Kunden entstehen – etwa einem Verkauf – oder aus wiederkehrenden Zahlungen wie einem Abonnement. Denken Sie im Rahmen des Umsatzmodells auch an andere Vorteile, die Ihnen zufließen. Nicht jeder Wert ist ein Geldwert.
Verwandt: Einnahmequellen im Business Model Canvas
Fazit
Die Stärke eines Business Model Canvas liegt aus unserer Sicht darin, dass er uns zwingt, das Funktionieren des eigenen Geschäfts neu zu denken. Weil ein Unternehmen aus so vielen beweglichen Teilen besteht, ist es schwer, jedes einzelne für sich zu betrachten und zu prüfen. Gelegenheiten zur Entwicklung und zur Innovation werden deshalb leicht übersehen. Der Business Model Canvas sorgt dafür, dass Sie alle Ihre Gelegenheiten wirklich nutzen.
Verwandt: Verborgene Marktchancen für Innovation mit JTBD erkennen
Häufige Fragen
Der Business Model Canvas hilft Ihnen, das Geschäftsmodell einer Organisation zu beschreiben, zu hinterfragen und zu erneuern – und er tut das recht gut, jedenfalls auf der obersten Ebene. Wenn Sie ein Geschäftsmodell entwerfen, ist es nützlich, die Annahmen und Vermutungen, die Ihr Geschäft tragen, geordnet aufzuschreiben. Ein Business Model Canvas leistet genau das. Der Canvas hilft Ihnen, Ihr heutiges Geschäftsmodell schnell zu erfassen, ein neues zu entwerfen, zu prüfen, ob Sie etwas Wichtiges übersehen haben, und Ihr Modell mit anderen zu vergleichen.
Ein Geschäftsmodell beschreibt klar und knapp, womit ein Unternehmen Geld verdient, indem es seinen Kunden Nutzen bringt. Zu einem typischen Geschäftsmodell gehören die Zielmärkte, der Bedarf in diesen Märkten und der Weg, auf dem das Unternehmen diesen Bedarf deckt. Es dient als Werkzeug, mit dem sich rasch erklären lässt, wie die vielen Teile eines Geschäfts zusammenwirken, um den Bedarf der Kunden zu decken.
Wenn Sie ein Geschäftsmodell prüfen, sollten Sie mehrere Punkte bewerten:
Womit erzielt das Unternehmen Einnahmen?
Wie deckt das Unternehmen den Bedarf eines Kunden?
Lassen sich die Lösungen zu vertretbaren Kosten erbringen?
Welche Ressourcen sind für die Kerntätigkeiten des Unternehmens nötig?
Was geschieht mit dem Unternehmen, wenn sich die Umstände ändern?
Der Business Model Canvas hilft Ihnen bei dieser Prüfung, weil er die Antworten auf diese wichtigen Fragen sichtbar macht.
Das UNITE Business Model Framework: ein Framework für erfolgreiche Innovation
How to Create Innovation enthält eine Reihe von Canvases, die dabei helfen, die Wertschöpfung in den Mittelpunkt zu stellen und das richtige Geschäftsmodell für Ihr Kundensegment und dessen Bedürfnisse zu finden. Das Framework ist darauf angelegt, einschneidende Veränderungen anzustoßen, mit denen Sie einen Wettbewerbsvorteil erlangen. Wir hoffen, dass Ihr Unternehmen durch Geschäftsmodellinnovation wächst – deshalb raten wir Ihnen, einen genauen Blick auf unsere Website und in das Buch zu werfen.
Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Bestandteile des Business Model Framework:

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Geschäftsmodelle
Das Herzstück ist der Business Model Canvas, der die sechs Hauptbereiche eines Geschäftsmodells abdeckt: Betriebs-, Wert-, Service-, Erfahrungs-, Kosten- und Umsatzmodell.
Der eXtended Business Model Canvas ergänzt den unmittelbaren geschäftlichen Kontext: die Treiber des Geschäfts, die Kunden und das Team – dazu den Unfair Advantage.
Modelle im Detail
Ein Geschäftsmodell lässt sich in viele Aspekte zerlegen. Je nachdem, vor welchen Herausforderungen Sie stehen, konzentrieren Sie sich mit einem passenden Werkzeug oder Canvas auf den Bereich, der Sie besonders interessiert:
- Ihre Geschäftsabsicht und Ihre Ziele sowie Ihr Massive Transformative Purpose fassen Ihre Treiber zusammen und zeigen die Richtung Ihres Vorgehens an.
- Der Value Proposition Canvas zeigt die zentralen Bestandteile Ihres Angebots (Produkt oder Dienstleistung).
- Wollen Sie tiefer hinein in Ihre Kundensegmente, arbeiten Sie mit datengetriebenen Personas.
- Das JTBD Customer Job Statement und die Job Map umreißen die JTBD Ihrer Kunden.
- Das Business Model Environment versetzt Ihr Geschäftsmodell in einen Marktkontext aus aufkommenden Trends und disruptiven Kräften.
- Der Culture Canvas hilft Ihnen, eine Kultur zu verstehen und bewusst zu formen, die Innovationen fördert.
- Die Innovation Team Structure erlaubt es Ihnen, eine Teamstruktur für Ihre Innovationsinitiative zu entwerfen.
- Anhand von Lern- und Wachstumsmetriken messen Sie den Fortschritt in den Anfangsphasen der Entwicklung. Diese Kennzahlen helfen Ihnen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, statt einen ausführlichen Geschäftsplan zu schreiben, der Ihnen ohnehin nicht weiterhilft. Später erweitern Sie den finanziellen Teil von Umsatz- und Kostenmodell um einen vollständigen Business-Case.
- Der Operating Model Canvas hilft Ihnen, Ihr Betriebsmodell zu durchdenken.
- Business Capability Map: ein praxisnahes Vorgehen für Unternehmen
- Das Business Model Environment versetzt Ihr Geschäftsmodell in einen Marktkontext aus aufkommenden Trends und disruptiven Kräften.


